Respekt


Genug ist genug! Wie Sie sich bei Ihren Mitarbeitenden endlich Respektverschaffen! (Teil II)

 

2. Reflektieren Sie Ihr Verhalten

 

So ein Tag vergeht ja immer schnell. Es ist ja immer so viel zu tun. Was Ihre Selbstreflektion damit zu tun hat, dass Sie respektiert werden, erfahren Sie hier.

 

Dabei ist es nicht nur wichtig zu gucken, was besser laufen kann. Sondern mindestens genauso wichtig ist es, die kleinen Erfolge zu sehen und zu feiern. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.

 

Was ist gut gelaufen? Welche Gespräche verliefen stimmig? Mit welchen Situationen und Ergebnissen sind Sie zufrieden?

 

Was ist nicht gut gelaufen? Bei welchen Gesprächen sind Sie mit einem unguten Gefühl herausgegangen? An welcher Stelle ist etwas nicht so gelaufen, wie Sie es sich gewünscht haben?

 

Sich dann dafür fertigzumachen oder abzustrafen, wenn Sie womöglich nicht perfekt funktioniert oder eine Fehlentscheidung getroffen haben, hilft nicht. Das führt nur dazu, dass Sie frustriert sind und Ihr Selbstwertgefühl am Tiefpunkt ist.

 

Ich möchte an einem Beispiel verdeutlichen, was für einen Benefit SIE haben, wenn hier tätig werden:

 

Lassen Sie uns beispielweise davon ausgehen, dass ein/e Mitarbeitende/r um ein Gespräch gebeten hat. Eigentlich hatten Sie keine Zeit, Sie hetzen von einem Termin zum nächsten und Ihre E-Mails häufen sich. Also wollen Sie das Gespräch möglichst schnell hinter sich bringen.

 

Der/die Mitarbeitende/r kommt herein, Sie sind bereits genervt, weil Ihnen die Zeit im Nacken sitzt. Ihnen wird vorgetragen, worum es

geht: Ihr/e Mitarbeitende/r hat eine Idee zur effizienteren Arbeit im derzeitigen Projekt. Während Ihr/e Mitarbeitende/r spricht, gucken Sie immer wieder auf den Bildschirm und sind gedanklich bei der nächsten Mail.

 

Klingt realistisch? Ist es auch! Was meinen Sie, wie vielen Führungskräften es so ergeht. Und wie viele Mitarbeitende unzufrieden aus einem Gespräch gehen, weil ihnen gar nicht richtig zugehört wurde, obwohl sie sich doch solche Gedanken gemacht haben (und das sind ja oft diejenigen Mitarbeitenden, die Sie haben wollen).

 

Also erst einmal: Vielleicht hatten Sie einen harten Tag. Sie sind ein Mensch, keine Maschine. Es kann nicht immer alles perfekt laufen

und Sie müssen aber auch nicht immer perfekt funktionieren. Wenn Sie es nun aber bei dieser Situation belassen, kann das fatale Folgen haben was die (Un-) Zufriedenheit des/der Mitarbeitenden angeht. Bei Häufung solcher Vorfälle kann es zu einer Vergiftung der Stimmung unter den Mitarbeitenden, zum Mangel an Motivation oder zur Kündigung kommen.

 

Wenn Sie nun also abends dasitzen und Ihnen auffällt, dass das Gespräch nicht optimal gelaufen ist, können Sie sich gleich überlegen, wie Sie am nächsten Tag sich bei Ihrem/Ihrer Mitarbeitenden entschuldigen können.

 

„Entschuldigen? Nein, sowas mache ich nicht!“

 

Sollten Sie aber. Es beweist nämlich Stärke. Und eine ernst gemeinte Entschuldigung verdient Respekt. Um Respekt geht es Ihnen doch, oder? Sie wollen respektiert werden.

 

Also spielen wir das Szenario weiter: Sie rufen am nächsten Tag Ihren/Ihre Mitarbeitenden zu sich hinein. „Entschuldigen Sie, dass ich

gestern in unserem Gespräch so abwesend war. Ich hatte einen unglaublichen Druck, weil Kunde X drohte, vom Projekt abzuspringen. Lassen Sie uns doch heute noch einmal in Ruhe darüber reden, ob und wie wir Ihre Idee möglicherweise umsetzen können.“

 

Was meinen Sie, was für einen Unterschied auf Dauer machen wird…